Arjuna

Arjuna

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Indisch vegetarische Küche

23/10/2014

Samstag Vormittag am Yppenplatz. Die Sonne scheint, sämtliche Alternative zieht es aus ihren Ateliers auf den Bauernmarkt und dann zu uns auf den Platz. Zu uns, den nervösen Kellnern, die allesamt Samstag hassen und einzig und allein versuchen zu überleben.
„Darf ich bestellen?!“
Eine Augen rollende Dame winkt mich nervös zu sich.
Ich renne an ihr vorbei, entschuldige mich untertänigst, sie soll doch bitte noch einen Mini-Moment Geduld haben, ich muss erst alle anderen Bestellungen und Extrawünsche abliefern.
Für Tisch 3 Marillenmarmelade statt Himbeermarmelade, für Tisch 12 das dritte Glas Wasser und Zündhölzer, für Tisch 5 einen Brotkorb, wenn möglich soll kein Scherzerl dabei sein, im Augenwinkel sehe ich wie die auf verwahrlost gestylten Kinder einer Bobofamilie ihren Kakao und ihr Joghurt und ihren selbst mitgebrachten Kuchen in die Tischplatte einarbeiten. Der erste „Musiker“ baut sich vorm An-Do auf, in wenigen Momenten quetscht er das 17 Millionste mal in dieser Saison „Strangers In The Night“ aus seiner Ziehharmonika. Die Folter erreicht eine neue Dimension.
Der Gastgarten ist ein einziges Minenfeld. Genau vor Tisch 2 liegt ein riesiger und auch erbärmlich stinkender Hund, bis zur Pfoten-spitze gemütlich ausgestreckt am Boden, einen Meter weiter schmieren eine handvoll Kinder mit ihren Kreiden den Boden voll, kein Problem, aber ich muss hier auf und ab rennen, die Chai Latte schlürfenden Eltern sind voll und ganz beim genießen, auf die Idee Hund und Kind an die Leine zu nehmen kommen sie nicht. Ein Stück weiter muss ich einem mit Frühlingsblumen beladenen Rollwagerl ausweichen. Während ich Bock springend den Gastgarten passiere, werde ich von einem übernächtigten Rhiz-DJ angeraunzt, sein Mango Lassi schmecke komisch.
Ich frag ihn, ob es nach alter Bibliothek schmeckt, er nickt, ich kläre ihn auf: Das ist Safran. Auf einen Schlag ist er zufrieden und nippt wie ein Gourmet am Joghurt Getränk, wie an einem 30 jährigen Whisky.
Endlich erreiche ich die nervöse, Augenrollende Dame. Gestresst fächert sie sich mit der Speisekarte Luft zu.
Schweißgebadet stehe ich vor ihr. „Bitte sehr, was möchten Sie trinken?“
„Haben Sie Laktosefreie Milch?“
„Selbstverständlich habe ich Laktosefreie Milch, die Bewohner dieses Grätzls würden keinen Schluck echte Milch überleben! Ich habe Soja Milch!“
Ihre Mundwinkel ziehen sich nach unten.
„Haben Sie keine Reismilch?“
Angewidert verneine ich, während ich sehen muss das der heute besonders schlecht aufgelegte Wien Zeile Verkäufer bereits das Rasouli erreicht hat und nur noch 1-2 Schreianfälle von meinem Gastgarten entfernt ist.
„Einen entkoffeinierten Soja Latte mit Zimt und ein großes lauwarmes Glas Wasser!“, bestellt die eingeschnappte Augenrollerin.
„Ach wenn´s nur das ist, das ist eh nur das komplizierteste was man bestellen kann!“
Ich renne zurück ins Lokal um die Bestellungen umzusetzen, unzählige Gäste winken mich hektisch zu sich, ich eile durch die nach toten Ratten stinkende Kloakenwolke die der zufrieden schlummernde Hund ausdünstet.
Kann nicht endlich irgendwer diesen Hund in Brand stecken?
3 Minuten Samstag Frühdienst hab ich geschafft, nur noch 7 Stunden!

Allerdings gibt es es auch ganz andere Tage, nicht jeder Tag ist ein verachteter Samstag Frühdienst voll von Wimpern klimpernden Sonnenschein. Es gibt auch normale Tage an denen alles gediegener beginnt. Man kommt in der Früh, baut langsam den Gastgarten auf, winkt den Leuten zu, welche man am Samstag noch gehasst hat. Alles ist wieder gut und man freut sich einander zu sehen. Wir, die Menschen vom Arjuna und auch jedes andere Lokal am Platz hat Stammgäste, welche in der Intensität des Immer-wieder-kommens zu Familie wurden. Man lernt sich näher und näher kennen. (Das mündet und mundet schon mal mit einer Toiletten-Sex-Nummer) Man lernt die Tiefen und Untiefen (nein, ich meine nicht den Toilettensex) des anderen kennen. Es wird gelacht und auch geheult, es wird zusammen philosophiert, diskutiert und verarscht, man ist miteinander gewachsen, hat miteinander getrunken, gegessen. Jeder ist anders und besonders und das ergänzt das bunte miteinander. Bobos denen man früher beiläufig zugenickt hat verwandelten sich in richtige und wichtige Menschen, Gäste werden Freunde und diese Freunde kommen nicht mehr in ein Lokal, sondern in ihr Wohnzimmer.
Dann gab es Leute von denen man dachte, diese Freundschaft würde lange halten und plötzlich sah man sich nie wieder und dann gab es auch Gäste bei denen man sich nicht vorstellen konnte das man irgendwann so persönlich miteinander ist, wie es nun der Fall ist.
Es gab langweilige Schichten voll von endloser Wiederholung, mit Gästen die sich über das un-indische Essen beschwerten. Es gab abenteuerliche Schichten voller Frische und Neuigkeiten und Gäste die die Authentizität unserer angebotenen Kost lobten.

Das Arjuna hielt 5 Jahre durch und würde noch weiter durchhalten, aber man entwickelt sich halt auch weiter und will sein Leben in neue Bahnen führen. So auch Marija und Martina.
Ladys, ich war sehr gerne bei Euch, es war mir eine Ehre mit euch zu arbeiten und Euch als Freundinnen gewonnen zu haben.
Das sollte eigentlich kein Regelfall sein, aber es gibt sooo viele Chefs, die glauben, sie müssten Arschlöcher sein, aber ihr seid echte Menschen gewesen, die schon für die besagten cholerischen Wi***er arbeiteten und nun wussten wie sie auf gar keinen Fall einen Betrieb führen wollten.

Ich wünsche dem Arjuna Nachfolger alles Gute, auf das Geschäftssinn und Kohle nicht die einzige Motivation ist, weil die Yppenplatz-Goldgruben-Theorie Schwachsinn ist und man nur Gäste macht wenn man ein zugänglicher Mensch ist.

Ich gebe ab, Lennart

14/03/2014

Hallo, ihr 120 & die Anderen.... & Dieter!

Es beginnt von vorn! Die Sonne brennt uns auf die älter gewordenen Häupter, statt einem doppelten Espresso trauen wir uns nur noch über einen extra dünnen Verlängerten... Egal!!- Willkommen in der Gastgartensaison 2014. Wir freuen uns auf Euch und einen intensiven Frühling, Euer Arjuna Team

25/12/2013

Liebe Gäste! Wir haben bis 11.1.2012 zu. Nur die Silvesternacht machen wir auf und hoffen das mancher von Euch den Weg zu uns findet, um mit uns anzustossen.
Ab den 11.1 kochen Darwinder und Kameel wieder lecker und die entspannte und immer fröhliche Anja wird den Laden schmeissen. Ab Ende Jänner lächeln Euch wieder Marija und Martina fröhlich und erholt an. (bis höchstens mitte März:) Alles schöne und gute Euch, Euer Arjuna Team.

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