19. Jahrhundert
Der Anfang der glanzvollen Geschichte von KNIZE liegt im 19. Jahrhundert, als der Kaiser und die Erzherzöge des Hauses Habsburg die Dienste dieser Schneiderwerkstatt im ersten Wiener Bezirk in Anspruch nahmen.
1888: Ein Titel mit Ehre
KNIZE erhielt den Titel als k.k. Hof-Schneider. Josef Knize starb im selben Jahr, Albert Wolff wurde Alleininhaber.
1902: Betriebsübernahme und neuer Firmenname
übernahm Josef Knizes Witwe Gisela mit ihren vier Kindern Anna, Auguste, Fritz und Susanna den Betrieb. 1904 wird das Unternehmen auf KNIZE & Comp. umbenannt.
1910 - 1913: Expansionen
Im Zeitalter der Belle Epoque fand die kreative Geburtsstunde der Traditionsmarke statt: Das heutige Geschäftslokal am Graben 13 wurde vom Architekten Adolf Loos gestaltet und ist bis heute fast unverändert. Loos gestaltete auch die Filiale in Karlsbad (1921), das Geschäft auf der Wilhelmstraße in Berlin (1924) und die Dependance an den Champs-Elysées 149 in Paris (1927-1928). Die Filiale in Prag wurde von seinem Mitarbeiter Heinrich Kulka gestaltet.
1915: Revolutionäre Neuerungen
wurde eine Wäschewarenerzeugung und ab 1922 ein Detailhandel für Herren eingeführt. Im Jahr 1922 konnte die Familie Wolff Ernst Dryden als Werbeberater gewinnen. Mit seiner Hilfe wurde KNIZE zu einer der ersten Adressen der Modewelt. Er übertrug das Image des Polospiels auf die Produkte KNIZE Ten, eine exklusive Palette von Toilettenartikel für Herren. Die Nummer 10 ist die höchste Vorgabe im Polospiel. Dryden war der erste Schneider, der ein Parfum passend zur Kleidung kreierte.
1920 - 1937: Der Esprit von KNIZE
KNIZE wurde mit Hilfe des Modedesigners Ernst Dryden als weltweit erstes Herren-Mode-Label der Moderne berühmt und beeinflusste damit die Erfolgsgeschichte aller anderen Designer, die sich am Esprit von KNIZE orientierten. 1935 änderte die Familie Wolff den Firmenwortlauf auf Wolff-Knize. Eine weitere Filiale wurde 1937 in Bad Gastein eröffnet.
Die Kriegsjahre
Auf Grund ihrer jüdischen Abstammung musste die Familie Wolff Österreich 1938 mit dem Anschluss an das Deutsche Reich verlassen. Sie emigrierten zuerst nach Paris und von da nach New York. Dort angekommen, wurde der Name komplett auf KNIZE umgeändert. In New York gründete die Familie KNIZE 1941 ein Geschäft in der 56. Straße. Alte Kunden, die ebenfalls emigrieren mussten, bildeten wieder die Stammklientel und hielten dem Unternehmen die Treue.
Der Zweite Weltkrieg brachte schwere Verluste, das Geschäft auf der Wilhelmstraße in Berlin wurde zerstört. In der Nachkriegszeit verlor KNIZE durch den Eisernen Vorhang die Filialen in Karlsbad und Prag.
1972 - 1978: Die Fusion mit C. M. Frank
1972 musste die Pariser Filiale geschlossen werden, 1974 die Filiale in New York. Ab 1976 beteiligte sich der aus Oberösterreich stammende ehemalige Praktikant Rudolf Niedersüß an dem Unternehmen, 1978 fusionierte sein Unternehmen C. M. Frank, ein ehemaliger k.u.k Hoflieferant, mit KNIZE & Comp.
Die 80er Jahre bis heute
Eine Damenkollektion wurde eingeführt. 1984 eröffnete KNIZE ein Geschäftslokal für Herrenkonfektion in der Bräunerstraße, 1989 wurde der Laden am Graben erweitert. Die benachbarte ehemalige Buchhandlung Krey wurde zum neuen Damengeschäft adaptiert. 2012 wurde wieder eine Filiale in Prag eröffnet.
Vor allem Künstler waren in früherer Zeit Kunden bei KNIZE. So bezahlte Oskar Kokoschka seine Anzüge mit Gemälden, für Marilyn Monroe wurden Blusen gefertigt, für Kurt Tucholsky Hemden, für Josephine Baker Skihosen. Auch Marlene Dietrich ließ sich bei KNIZE Fracks für ihre Bühnenshows schneidern.