Reporterfabrik
Die WebAkademie des Journalismus. đź’ˇVom Reporter:innen-Forum und CORRECTIV.org. Wir machen Reporter
Ab wann ist Journalismus eigentlich „Aktivismus” und wer entscheidet das?
In ihrem Podcast werfen Markus Lanz und Richard David Precht CORRECTIV vor, im Grunde Aktivismus zu betreiben. Aber stimmt das?
Spoiler: Die entscheidende Frage ist nicht, OB eine Redaktion eine Haltung hat – weil die haben wir nämlich alle. Sondern, ob sie sich ans Handwerk hält: überprüfbare Quellen, Recht auf Stellungnahme, Korrekturen und auch Gerichtsurteile aushalten.
Genau hier liegt der Unterschied zwischen CORRECTIV und Portalen wie Nius, die ihre eigenen Formate selbst „Meinungs Show” nennen.
Medienkompetenz heißt in diesem Fall: genau hinschauen, ob jemand „Aktivismus!” ruft, um wirklich Qualität zu meinen oder um unbequeme Recherche mundtot zu machen.
Kann dich eine Diagnose „polizeibekannt” machen?
Nachdem CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ein „Raster” für „psychisch kranke Gewalttäter” ins Gespräch gebracht hat, waren der Aufschrei und die Angst groß: Stecke ich automatisch in einer Polizei-Datei, nur weil ich an Depressionen oder Angststörungen leide?
Die Redaktion von CORRECTIV hat sich die neuen Gesetze in Hessen und Niedersachsen angeschaut. Spoiler: Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern eine ärztliche „Gefahrenprognose” bzw. eine „Fremdgefährdung”.
Trotzdem hat die Debatte Folgen. Wenn „psychisch krank” politisch im selben Atemzug mit „Gewalttäter” und „Raster” fällt, stigmatisiert das. Und das kann die Hemmschwelle erhöhen, sich überhaupt Hilfe zu holen.
Medienkompetenz heiĂźt in diesem Fall, genau hinzuschauen, wer da eigentlich in einen Topf geworfen wird. Denn eine Diagnose macht niemanden automatisch zu einer Gefahr.
Den ganzen Artikel findet ihr auf correctiv.org.
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