Marcel Rolf Hoffmann
Im Spielplan:
Mephisto - Klaus Mann, Caro Thum: R: Caro Thum
The Last Ship - Sting; R: Markus Dietze In der Spielzeit 2015/2016 war Hoffmann u. a.
19/01/2026
Mit großem Erfolg fand am Samstag die Premiere von "Mephisto" von Klaus Mann in der Fassung von Schauspieldirektorin Caro Thum statt, nach der sich "der lang anhaltende Premierenapplaus am Ende erst einmal durch eine spürbare Erschütterung hindurchkämpfen muss" wie Kulturchef Claus Ambrosius in der heutigen Rhein-Zeitung (19.01.2026) schreibt. "Was das Theater Koblenz im Theaterzelt vorlegt, ist ein gut zweieinhalbstündiger, dichter, gedanklich wie ästhetisch hochkonzentrierter Abend, der schwer beeindruckt zurücklässt […]. Die Inszenierung von Caro Thum macht mit großer Klarheit sichtbar, wie dieser Text in unsere Gegenwart hineinragt […]" und kann gleichermaßen als Tribut an seinen Autor Klaus Mann gelesen werden, denn "[…] ihre Dramatisierung nimmt nicht einzelne Romanszenen, sondern das gesamte Werk in den Blick und destilliert es klug und mutig für die Bühne. […] Dieser Zugriff erlaubt es, nahezu den gesamten gedanklichen Kosmos des Buches erfahrbar zu machen."
Bühnenbildner Wolf Gutjahr hat hierfür "[…] ein Raumkonzept von großer Klarheit [konzipiert] […]." Es besteht aus zwei großen lichtumsäumten Rahmen, dem statischen großen Portalrahmen und einem etwas kleineren, mobilen Rahmen mitten auf dem von allen Seiten in schwarze Plastikbahnen eingekleideten Bühnenraum. Diese Rahmen "[…] öffnen und schließen Perspektiven, erlauben Blicke vor und hinter Bühnen, markieren wechselnde Orte zwischen Hamburg, Berlin, Paris und dem Machtzentrum des 'Dritten Reichs'. […] Im Zentrum jeder Aufführung von 'Mephisto' ist der Darsteller jenes Hendrik Höfgen, den Klaus Mann unverkennbar nach dem Vorbild Gustaf Gründgens geformt hat – und Marcel Hoffmann feiert in dieser Rolle einen durchschlagenden Erfolg. Mit beeindruckender Präzision trifft er den jovialen, mal verbindlichen, mal gnadenlos ins Schmerzzentrum zielenden Ton dieses hochbegabten, letztlich aber moralisch entkernten Opportunisten. Charmanter Operettenton kippt rasch in eiskalte Berechnung, wenn Höfgen seine einstigen revolutionären Ideale preisgibt und sich Schritt für Schritt jener Macht andient, die ihm Aufstieg, Schutz und Bedeutung verspricht." Prinzessin Tebab ist bei Caro Thum "ein männlicher Geliebter namens Julien", der "[…] von Jakob Mühe ohne jede Überzeichnung gezeichnet […]: menschlich, verletzlich, nie effekthascherisch. Überhaupt überzeugt die präzise Personenführung dieser Inszenierung. Jede Figur wird aus ihrem eigenen inneren Kosmos heraus verständlich gemacht, was die überzeitliche Kraft des Stücks unterstreicht."
Die vollständige Kritik lest ihr hier: https://www.rhein-zeitung.de/rheinland-pfalz/kultur/dieser-teufel-ist-wieder-unter-uns_arid-4097171.html
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